Nachdem ich mir im Netz Gedanken über die Möglichkeit gemacht habe, mich in einem anderen Kanton impfen zu lassen, habe ich diese Woche kurz mit einer Journalistin von einem Online-Portal telefoniert. Danach hat sie mir per Mail ein paar Fragen gestellt und mich gefragt, ob sie mich zitieren könne. Ich hatte die Befürchtung, im Artikel als Impftourist zu erscheinen, was ich weder bin noch wollte.

Deshalb habe ich gesagt, ich würde die Zitate nur autorisieren, wenn ich den ganzen Artikel lesen könne. Die Journalistin hat abgelehnt. Während dieses Austauschs habe ich das getwittert:

Danach ergab sich eine intensive Diskussion…


Edu-sense ist gemäß der Projekt-Webseite eine »soziale Initiative (gGmbH)« und ein »ein Gemeinschaftsprojekt aller Bildungsmacher*innen«. Die GmbH wurde am 1.12.2020 ins Handelsregister eingetragen (Stammkapital 25.000 EUR).

Im April 2021 war Anika Buche, Geschäftsführerin von Edu-sense, eingeladen, am Online-Dialog der Bundeskanzlerin mitzumachen. Dort hat sie die Webseite von Edu-sense vorgestellt.

Zu den Werten von Edu-Sense gehören Offenheit und Transparenz. Deshalb folgen unten einige Fragen, die Edu-Sense beantworten sollte, um glaubwürdig auftreten zu können.


Zwischen 15 und 35 habe ich viel gelesen und viel darüber gelernt, was gute Literatur ist.

Bei der Durchsicht des Bücherregals wird mir heute bewusst, wie einseitig dieses Lesen und dieses Lernen war. Die Perspektive arrivierter Männer bestimmte, was Kunst, was eine theoretische Einsicht, was lesenswert und diskussionswürdig war.

War mir linguistisch seit dem Studium völlig klar, dass Sprachnormen oft eine Perspektive abbilden, die geprägt ist von Machtverhältnissen – so war mir bis vor ein paar Jahren die Erkenntnis nicht zugänglich, dass das in der Literatur genauso ist.

Für ein mittlerweile abgebrochenes Dissertationsprojekt habe ich mich mit den Texten von…


Dieser Text ist die argumentative Rahmung dieses Tweets, den ich auf Twitter bereits ausgiebig diskutiert habe.

Vorausschicken möchte ich: Ich konsumiere durchaus professionellen Sport, wenn auch oft mit einem schlechten Gewissen. Mich faszinieren viele Sportarten, ich weiß, wie viele Gefühle damit verbunden sein können, den besten Sportler*innen in Wettkämpfen zuzuschauen. Ich rufe nicht zu einem Verbot auf.

Ich spreche von professionellem Sport, wenn Sport ein bezahlter Beruf ist. Breitensport meine ich nicht – er tut vielen Menschen gut und kann deshalb durchaus als staatliches Angebot gesehen werden. …


In den letzten Tagen habe ich drei Diskussionen geführt, in denen es um Maßnahmen rund um die Eindämmung der Covid-Pandemie ging. Ihnen ist eines gemeinsam: Für mich stand immer die Frage im Mittelpunkt, wie über die Eindämmung der Infektionen gesprochen wird.

Vorauszuschicken ist: Ich halte die Pandemie für gefährlich und befürworte strenge Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verlangsamen und Ansteckungen zu verhindern. Oft wird das aber in Zweifel gezogen, sobald ich Skepsis in Bezug auf bestimmte Darstellungen äußere.

Mein Eindruck ist, dass Menschen, welche die aktuellen Maßnahmen für unzureichend halten, es als problematisch empfinden, wenn die Forderungen nach strengeren Vorschriften…


Der folgende Text ist die ausführliche Version von diesem Tweet:

Definition von »Cancel Culture«

Der Begriff ist sehr neu, aufgekommen ist er vor 2017. Hier ein Tweet aus einer schwarzen US-Twitter-Community, wo »Cancel Culture« 2017 verwendet wurde:

Was wird damit gemeint? Lisa Nakamura, eine Professorin für digitale Medien, definiert »to cancel« wie folgt:

It’s an agreement not to amplify, signal boost, give money to. People talk about the attention economy — when you deprive someone of your attention, you’re depriving them of a livelihood.

Jemanden »canceln« bedeutet mehr als einzelne Event zu »canceln«, also abzusagen. »Cancel Culture« ist auf Personen bezogen, denen…


Dieser Beitrag dient dazu, eine deutsche Definition des Effekts zu formulieren und die Herkunft des Begriffs zu dokumentieren.

Definition

Der Gell-Mann-Amnesia-Effekt bezieht sich auf die Medienrezeption: Wer sich in einem Fachgebiet gut auskennt, empfindet die Berichterstattung darüber meist als verzerrt, fehlerhaft und verständnislos. Sobald die Person aber mediale Beiträge zu anderen Themen wahrnimmt, verschwindet dieser Eindruck: Das Vertrauen in die journalistische Arbeit ist wieder hergestellt (deshalb »Amnesia«).

Herkunft

Den Effekt hat der Schriftsteller Michael Crichton in einer Rede von 2002 zum ersten Mal beschrieben. Er bezieht sich dabei auf seinen Freund und Physiker Murray Gell-Mann.

Briefly stated, the Gell-Mann Amnesia…


»Seuche Moralismus – Wie Überkorrektheit die Gesellschaft vergiftet« lautet der Titel eines Juni-Dossiers der Zeitschrift »Schweizer Monat«. Lese ich das, dann lassen mich schon die Metaphern der Krankheit und des Gifts vermuten, dass »Moralismus« ein Begriff ist, der nicht weit trägt – ein Begriff, der nach Uwe Pörksen ein Plastikwort ist:

Ungezählte Eindrücke werden auf einen Begriff gebracht, an einen Namen geheftet, und dieser Name gewinnt eine gewisse Selbständigkeit. Man vergisst, dass er nur eine begrenzte Sicht beinhaltet und verwechselt ihn mit der Sache. (S. 20)

Wörter, so Pörksen weiter, seien »Kristallisationspunkte des Zeitbewußtseins«. »Moralismus« passt in diese Kategorie, so…


Während der verschiedenen Maßnahmen zur Reduktion der Covid-19-Infektionen war immer wieder die Rede vom Präventionsparadox. Erwähnt wurde hat es etwa Christian Drosten im viel zitierten Guardian-Interview und der Soziologe Armin Nassehi in einem Deutschlandfunk-Interview.

Was ich im Folgenden kurz zeigen möchte: Drosten und Nassehi beziehen sich auf ein mögliches Verständnis der Paradoxie. Daneben gibt es zwei weitere Definitionen.

Die Aussage von Nassehi zeigt das eine Verständnis deutlich, Drosten übernimmt diese Definition ziemlich genau:

Es mehren sich ja schon die Stimmen, die sagen, na ja, wir haben doch festgestellt, dass die Kliniken nicht überlastet sind, vielleicht hätte es dieses Shutdowns gar…


Heute habe ich auf Twitter kurz thesenartig kommentiert, was man von der Klimabewegung über die Zukunft des Journalismus lernen kann. Die Reaktionen auf meinen Thread haben mir gezeigt, dass ich meine Argumente ausformulieren sollte. (Mir ist durchaus bewusst, dass ich im Journalismus als Outsider gelte. Ich bin ein kritischer Beobachter und Mitdenker, kein Journalist.)

Journalismus wird klassisch von Redaktionen und Brands aus gedacht: Eine Redaktion etabliert Prozesse, mit denen journalistische Formate produziert werden. Diese Formate werden unter einer Brand an ein Publikum ausgespielt – diese Brand garantiert Qualität (und auch eine bestimmte politische Ausrichtung, einen Themenmix etc.). …

Philippe Wampfler

Denkt gerne nach: Über Schule, Kultur, Medien, Politik und Gender. Und alles andere. phwa.ch & schulesocialmedia.com

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store